Die Villa um 1900
Fayence-Ofen
Raum 5
Goldener Saal
Treppenaufgang
Kaminzimmer
Goldener Saal
Raum 6
Turmzimmer

Geschichte

Direkt an der Bremer Kulturmeile, zwischen Kunsthalle, Gerhard-Marcks-Haus und dem Bremer Theater steht am Goetheplatz 4 die über 165 Jahre alte Villa Ichon, ein Gebäude, das heute Denkmalschutz genießt.

1843 erwarb der Maurermeister Heinrich Depken das Grundstück "Altenwallcontrescarpe 4" und errichtete dort ein dreiachsiges, spätklassizistisches Wohnhaus.

Daniel Schultz, erster Eigentümer des Hauses, war engagierter Demokrat der 48er Revolution. 1871/72 erhielt der Bremer Architekt Johann Georg Poppe, ab 1895 selbst langjähriger Bewohner der Villa, den Auftrag zum Ausbau. Die dabei entstandene Außenfassade ist bis heute weitestgehend erhalten geblieben. Ebenfalls aus Poppes Ära stammen u.a. die farbigen Stuckdecken und die Holzbalkendecken sowie der weiß-blaue Fayence-Ofen im Erdgeschoß.

Viele Bewohner und Nutzer durchliefen die Villa.

1925 kaufte die Bremer Theatergesellschaft das Gebäude und mit dem Einzug des damaligen Direktors Johannes August Wiegand erlebte die Villa einen weiteren kulturellen Höhepunkt –sie avancierte zum Mittelpunkt des Bremer Theaterlebens.

Nach 1945 lautete die Adresse der Villa "Goetheplatz 4".

In den 60er Jahren war u.a. die Anwaltskanzlei Dr. Ichon hier Mieter, ein Umstand, dem das Haus seinen heutigen Namen verdankt.

1968 plante die Ariadne Grundstücksgesellschaft den Abriss der Villa. Entstehen sollte ein sechsstöckiger, kastenförmiger Flachdachbau mit 19 Wohnungen. Ein Grundstückstausch mit der Stadt, ursprünglich dazu gedacht, dem Theater Erweiterungsmöglichkeiten zu sichern, verhinderte dies jedoch glücklicherweise.

1973 wird die Villa Ichon in die Denkmalliste eingetragen.

Auf Initiative von Dr. Klaus Hübotter führte der Architekt Peter Schnorrenberger in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege die dringend notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen durch.

1982 wurde das Haus (wieder)eröffnet und 1984 erhielt die "Initiativgruppe zur Erhaltung der Villa Ichon" den deutschen Preis für Denkmalschutz.

Herzstück der Villa Ichon ist der Verein Freunde und Förderer der Villa Ichon in Bremen e.V., der die Betreuung des Hauses und Grundstücks übernimmt und dessen Arbeit nicht durch staatliche Gelder, sondern nur durch Spenden finanziert wird. 

Für die Villa entstand ein ganz neues Nutzungskonzept, das sie zur Begegnungsstätte für kulturelle und soziale Vereinigungen macht.

"In dieser Villa soll friedliche Kulturarbeit geleistet werden, oder, umgekehrt ausgedrückt, eine kulturelle Friedensarbeit."
Dr. Klaus Hübotter, 24. September 1982

Räume

Für Veranstaltungen unterschiedlichster Art, wie Ausstellungen, Lesungen, Feiern oder Seminare, vermieten wir Räumlichkeiten in der Villa Ichon. Ihnen stehen im Erdgeschoss das Kaminzimmer und im ersten Geschoss der goldene Saal mit zwei Nachbarräumen zur Verfügung. Die jeweilige Raumgröße können Sie den Plänen entnehmen. Hier finden auch ständig wechselnde Ausstellungen, öffentliche Vorträge, Diskussionsrunden, Lesungen und Kurse sowie geschlossene Veranstaltungen verschiedener Organisatoren statt. Regelmäßige Gäste im Haus sind unter anderem die Volkshochschule Bremen mit einigen Literatur- und Theaterkursen, die Rosa-Luxemburg-Initiative und die Marxistische Abendschule Bremen – Forum für Politik und Kultur e.V.

Im Souterrain lädt das Restaurant Cafe VillA mit 60 Innenplätzen und einem großen, südländisch anmutenden Sommergarten zum genussvollen Verweilen ein.

Verwaltet und betreut wird das Haus durch den gemeinnützigen Verein der Freunde und Förderer der Villa Ichon. Einmal im Jahr verleiht dieser Verein den Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon in Höhe von 5.000 Euro.

Gerne informieren wir Sie über freie Termine. Preise und Angebote unter der Telefonnummer: 0421 – 32 79 61

Grundriss