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Lesung und Diskussion mit Ulrich Heyden: „Russland zwischen Feindesland und neuer Heimat“

12. Februar um 19:00

Das Buch: Ulrich Heyden (2024): Mein Weg nach Russland – Erinnerungen eines Reporters
ISBN 978-3-85371-xxx-x, ca. 280 Seiten, ca. 25.- Euro, auch als E-Book erhältlich

Wie konnte es kommen, dass ein großer Teil der systemoppositionellen 68er und die aus dieser Bewegung hervorgegangene pazifistische Partei „Die Grünen“ zu den stärksten Befürwortern von Waffenlieferungen an die Ukraine wurden? Dieser Frage geht der Journalist Ulrich Heyden, selbst ein 68er, in seiner Autobiographie nach. Er
schildert seine Kindheit und die Auseinandersetzungen mit seinem Vater, einem Hamburger Kaufmann und ehemaligen Offizier einer Aufklärungseinheit der Wehrmacht, der 1941 fast bis nach Moskau
marschierte – und dies mit Stolz seinem Sohn berichtete.

Der Autor erzählt über seine Ausbruchsversuche aus einer ultrakonservativen Familie, seine Verschickung in ein Internat, seine Mitgliedschaft in einer K-Gruppe, die politische Arbeit in Hamburger
Metallbetrieben, den Abgesang der 68er nach der Übernahme der DDR durch die BRD und seine Entscheidung, Deutschland zu verlassen und als Journalist in der Ukraine und Russland zu arbeiten.
Am Beispiel seines Vaters wird deutlich, wie der Drang danach, Russland zu belehren und notfalls auch eine Lektion zu erteilen, trotz der offiziellen Entspannungspolitik ab 1969 in der deutschen Gesellschaft weiterlebte und wie sich die Kalten Krieger tarnten und den 68ern vorgaukelten, sie seien zu Abrüstung und einer gleichberechtigten Zusammenarbeit mit Russland bereit.

Bereits seine erste Reise in die Sowjetunion Anfang der 1980er Jahre fasziniert Heyden. Er erlebt dort einen schwierigen Alltag, aber auch gut ausgebildete Menschen, die sehnsüchtig und ohne
Vorbedingungen zu einem intensiven Erfahrungsaustausch bereit waren. Sein Traum, Russland könne einen Weg zwischen den gescheiterten Systemen, Kapitalismus und realer Sozialismus gehen, bewahrheitet sich nicht. Doch trotz „Schocktherapie“ unter Boris Jelzin und dem Tschetschenienkrieg bleibt Ulrich Heyden in Russland … und bewundert, wie die einfachen Russen ihr Überleben im Alltag selbst organisierten.

Er arbeitet seit 1992 als freier Zeitungs- und Radiojournalist in Moskau. 2001 bekommt er das erste Mal einen Honorarvertrag. Er wird Moskau-Korrespondent der Sächsischen Zeitung, die ihn aber nach zwölf Jahren Zusammenarbeit in der Hochphase des Kiewer Maidan, über den der Autor skeptisch berichtete, kündigt. Nach dem Einmarsch der russischen Armee in die Ukraine, die nach Meinung des Autors durch eine falsche Politik des Westens provoziert wurde, kündigt ihm auch der „Freitag“, für den er seit 1992 tätig war.
Eine Idealisierung Russlands liegt Heyden fern, aber er fühlt sich in dem Land immerhin so wohl, dass er schon seit über 30 Jahren dort lebt. Er schreibt und filmt seit 2014 vorwiegend für alternative deutsche Medien, gelegentlich auch für RT DE.

Der Autor
Ulrich Heyden, geboren 1954 in Hamburg. Mittlere Reife. 1974 bis 1980 Lehre als Metallflugzeugbauer und Arbeit in Hamburger Metallbetrieben. 1981 bis 1991 Studium Diplomvolkswirt und Zweitstudium Mittlere und Neuere Geschichte, M.A., in Hamburg. 1991 bis 1992 Trainee-Ausbildung in der „Spiegel“-
Dokumentation. Seit 1992 freier Korrespondent in Moskau, zurzeit für Nachdenkseiten, Manova-Magazin, Overton-Magazin und Junge Welt.

Es ist eine Bündnisveranstaltung von # Masch – Marxistische Abendschule # nachdenken-in-bremen (es gibt noch eine weitere NDS Gruppe in Bremen, sie hat aber keine Struktur für eine gemeinsame Entscheidung) # nachdenken-in-bremerhaven # aufstehen Bremen # Aktionsgruppe Frieden bewegt Bremen # Freidenker Bremen # Deutsch-Russische Friedenstage Bremen # DFG-VK Bremen

 

Details

Datum:
12. Februar
Zeit:
19:00
Veranstaltungskategorien:
,

Veranstaltungsort

Goldener Saal

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