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Eine Reise in die Kulturhauptstadt 2026: L’Aquila

Vortrag von Herbert Grabe, Donaustauf
Die Hauptstadt der Abruzzen ist keine Metropole und auch nicht die größte Stadt der Region. Im Gebirge auf etwa 700 Meter Höhe gelegen, umschlossen von den Bergmassiven des Velino und des Gran Sasso, bildet die Universitätsstadt mit 70.000 Einwohner:innen dennoch das kulturelle Zentrum der Abruzzen. Ihr Name kommt nicht vom Adler, wie es sich vermuten ließe, sondern ist auf den Wasserreichtum der Gegend zurückzuführen. Ihre Gründung im Mittelalter war ein Zusammenschluss von Orten der Umgegend, die sich von einer befestigten Stadt Sicherheit versprachen. Es sollen 99 Dörfer gewesen sein und die 99 ist heute noch eine magische Zahl in L’Aquila: 99 Kirchen, 99 Schläge der Abendglocke, der berühmte Brunnen mit den 99 Hähnen, der Fontana novantanove cannelle. Neben der Fontana sind es vor allem die Kirchen, wie die Chiesa San Bernadino, als gewaltiger, weithin sichtbarer Tafelbau und Santa Maria di Collemaggio, in der Papst Zölestin V. gekrönt wurde und die als das schönste Bauwerk der Abruzzen gilt. Im April 2009 widerfuhr der Stadt das Unglück eines Erdbebens, dessen Epizentrum am Stadtrand lag und das immense Schäden anrichtete. Heute ist die Stadt dabei, sich wieder zu regenerieren und dank der hohen Zuschüsse aus Rom und Brüssel wird sie bald schöner und erdbebensicherer sein als je zuvor. Im kommenden Jahr 2026 trägt sie den Titel der Kulturhauptstadt Italiens. Grund genug, sich mit ihr zu beschäftigen und sie kennenzulernen.
Über den Referenten:
Herbert Grabe, Fotograf und Maler, veranstaltet seit 1995 Wanderstudienreisen in die Abruzzen. Grabe wurde im Oktober für seinen Einsatz für die deutsch-italienische Freundschaft und für 30 Jahre Abruzzen-Reisen von der Region Abruzzen ausgezeichnet. Er lebt in den Abruzzen und in Deutschland.
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