Zwerge auf den Schultern von Riesen – Wir denken in den Begriffen der Vergangenheit

23.10.2019 um 19:00 Uhr | Raum 5

Vortrag & Diskussion mit Günther Mensching

„Wenn wir denken und handeln, scheint jeder Akt neu zu beginnen. Wir leben alltäglich in dem Bewusstsein, jederzeit die Bedingungen unseres Denkens und Handelns neu und autonom bestimmen zu können, ohne auf die Vergangenheit Rücksicht zu nehmen. Diese Überzeugung ist ein falscher Schein. Unsere Begriffe, moralischen Einstellungen und unsere Werkzeuge sind in entscheidendem Maße durch die Vergangenheit vorgeprägt.

Das gilt besonders für Philosophie und Wissenschaft. Der Vortrag will zeigen, dass die wissenschaftlichen Revolutionen, auch die ‚Revolutionierungen in der Denkungsart‘ (Kant) durch das Vergangene konstitutiv mitbestimmt sind. Philosophie besteht demnach sehr wesentlich darin, ihre Tradition im Bezug zur Gegenwart zu bestimmen.“

Günther Mensching hat in Frankfurt am Main Philosophie, Soziologie und Ethnologie studiert. Nach seiner Promotion bei Adorno und Horkheimer lehrte er u.a. in Lüneburg und war als Professor an der Universität Hannover tätig. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Philosophie des Mittelalters und der französischen Aufklärung sowie die kritische Theorie der Gesellschaft. 1992 erschien sein Hauptwerk „Das Allgemeine und das Besondere – Der Ursprung des modernen Denkens im Mittelalter“. Eine Veranstaltung des GI Arbeitskreis Bremen. Weitere Informationen per Mail: gi-arbeitskreis-bremen@gmx.de

Gefördert durch das Gesellschaftswissenschaftliche Institut Hannover (www.gi-hannover.de

Veranstalter: GI-Hannover, Arbeitskreis Bremen