Präsentation Archivmaterial aus der Familie Ivan Illich

10.05.2019 um 16:30 Uhr | im City 46/Kommunalkino Bremen e.V. in der Birkenstraße 1

Ellen Rose Illich nee Regenstreif Maexie Reporter 1941 1942 1942 16mm Farbe und sw 18 fps 17 min USHMM Film ID 2913

Am 10. Mai 2019 präsentieren die Wiener Historiker Michael Loebenstein und Ingo Zechner Filmmaterial aus der Jugend des ehemaligen Bremer Professors Ivan Illich. Die Vorstellung findet um 16:30 Uhr im Bremer Kommunalkino CITY 46 im Rahmen des 24. Internationalen Bremer Symposiums zum Film statt. Als Gäste beteiligen sich Illichs Nichte Yvonne Illich aus Boston, Lindsay Zarwell vom US Holocaust Memorial Museum Washington und die Wiener Historikerin Michaela Scharf an der Diskussion.

Ivan Illich war Preisträger des Kultur- und Friedenspreises der Villa Ichon und lebte von 1991 bis zu seinem Tod im Jahr 2002 in Bremen. In dieser Zeit unterhielt er als Gastprofessor der Universität Bremen im Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften ein enges freundschaftliches Verhältnis zu Johannes Beck, Hans Koschnick, Henning Scherf und weiteren Bremer Persönlichkeiten.

Die Archivalien von 1936–42 stellen außergewöhnliches Material dar. Sie enthalten seltene Aufnahmen aus einer privaten Perspektive aus der Zeit um den „Anschluss“ Österreichs. Bislang im Familienbesitz wird das Material nun historisch aufgearbeitet und einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es zeigt vor allem Illich und seine beiden Brüder in Wien der Jahre 1936–42 und zeichnet eine komplexe Familiengeschichte nach. Illichs Mutter hat die Aufnahmen erstellt: Ellen Rose Illich, geb. Regenstreif, Künstlername Maexie, evangelisch getauft, mit einem Katholiken verheiratet, aber aus einer jüdischen Familie stammend. Sie ist der Kristallisationspunkt einer Familiengeschichte, die zwei Generationen später anhand ihrer Familienfilme als eine jüdische Familiengeschichte neu geschrieben wird.

Am Freitagvormittag wird Michaela Scharf bereits ihr historisches Forschungsprojekt zu diesem Gegenstand vorstellen: „‚Eine Maexie Production‘: Ellen Illichs Familienfilme zwischen Erinnerungsproduktion und Selbstvergewisserung“.

Das Filmsymposium ist eine langjährige Kooperation des CITY 46 mit den AGs Filmwissenschaft und Geschichte Lateinamerikas, zweier Einrichtungen des ZeMKI (Universität Bremen). Das Archivprojekt ist ein Schwerpunkt des diesjährigen Filmsymposiums unter dem Mottos „Familien-Bilder: Lebensgemeinschaften und Kino“ und fragt u.a. danach, wie durch Home Movies Familiengeschichte betrieben werden kann. Weitere Informationen unter www.uni-bremen.de/film/symposium

Foto: Ellen Rose Illich, née Regenstreif (Maexie): Reporter 1941–1942 (1942), 16mm, Farbe und sw, 18 fps, 17 min (USHMM Film ID 2913)

CITY 46 / Kommunalkino Bremen e.V.

Birkenstr. 1 / 28195 Bremen // Tel. 0421 44 96 35 84 // tickets@city46.de
Veranstaltung in englischer Sprache
Eintrittspreis: 9 € / 5,50 € erm. / 4 € Koki-Mitglieder
Kontakt: Tobias Dietrich / dietrich@city46.de  / Tel.: 0 421 95 79 92 90