Literatur trifft Kleinkunst

20.09.0022 um 19:30 Uhr | Raum 5 und Raum 6

Foto Kerstin ThompsonPB070153 Gross3

In diesem Jahr ist die Veranstaltung Literatur trifft Kleinkunst erkennbar satirisch geprägt, denn gleich zwei Autoren bedienen dieses Fach, wenn auch auf unterschiedliche Weise.

Gerd Geiser, einer der witzigsten Poeten aus dem Bremer Umland, machte sich zunächst durch absurd-witzige und oft auch sprachspielerische Gedichte einen Namen. Inzwischen schreibt er außerdem Prosatexte, die den Alltag und seine Unzulänglichkeiten bissig auf den Punkt bringen.Ob er nun das Grab eines Hütchenspielers nicht finden kann (drei Grabsteine!), die geheimen religiösen Metaphern der Deutschen Bahn offenlegt oder mit der schlichten Behauptung ›Rehe haben das Bestreben, täglich neu zu überleben‹ widerspruchsfreie Zustimmung erntet - über die Texte eines Gerd Geiser kann man wirklich lachen. ›Sein sprachschöpferisches Ausdrucksver­mögen und sein facettenreicher Vortragsstil haben ihm in kurzer Zeit eine Fangemeinde beschert, die mit jeder Lesung größer wird‹, schrieb der Achimer Kurier.

Auch Markus Tönnishoff, im Brotberuf Redakteur beim Weser-Kurier, liest Texte, zumeist kurze Geschichten, die ihren Ursprung im genauen Beobachten der Wirklichkeit haben, diese dann aber skurril verfremden und satirisch auf die Spitze treiben. ›Drücken Sie die 1, wenn Sie gerade überfal­len werden‹, rät der Polizeicomputer dem Anrufer in Not; und die brennenden Fragen, welche Rolle Hamster bei der Bundeswehr und Affen bei der Geldanlage spielen, werden ebenfalls beantwortet.

Ein weiterer Autor oder eine Autorin wird derzeit noch gesucht. Sollte sich niemand finden, wird ggf. der Moderator des Abends die Lücke schließen. Hans-Martin Sänger  ist ebenfalls für seine ins Absurde spielenden Kurztexte bekannt.

Schließlich verbindet auch die Autorin Renate Ullerich Tiefsinn und Beobachtungsgabe mit einem Touch Satire und Absurdität. Die Oberfläche des Alltags ist nicht das, was sie scheint; oft genug werden die Hauptpersonen enttäuscht, und manchmal ziehen sie sich in ihre ganz eigene Welt zurück. Und so kann denn beispielsweise aus toten Fliegen ein ganzes Wandgemälde entstehen.

Auf angenehme Art unterbrochen wird das Gelesene durch Musik. Thomas Schleiken hat sich dem Blues verschrieben, den er auf der akustischen Gitarre darbietet. Neben Instrumentals, die alle so klingen, als wären es Kultklassiker aus den Anfängen der Bluesmusik, gibt es auch das eine oder andere Lied, vorgetragen mit einer perfekt dazu passenden rauen Stimme.

Schließlich kommt auch das Auge auf seine Kosten. Torge der Täuscher  wird es mit seinen Zauber­tricks in die Irre führen, seine Darbietung mit unerwarteten Sprüchen anreichern und schließlich auf wunder­same Weise Geld vermehren – ein Trick, den sicher auch im Publikum viele gerne beherrschen würden.

Eine Veranstaltung vom Arbeitskreis Kleinkunst (Akku) und dem Bremer Literaturkontor e.V. 
Organisation: Hans-Martin Sänger 
Eintritt: 5,- €

Foto: © Kerstin Thompson