›Geschichte schreiben, Biographie schreiben — Die vielen Welten von H.G. Adler‹

08.05.2019 um 19:30 Uhr | Raum 5

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Eine deutsch-englische Lesung mit Peter Filkins und Axel Dunker

Peter Filkins (Foto) ist Professor für Literatur am Bard College (USA). Seine Biographie über H.G. Adler (A Life in Many Worlds) ist im März 2019 bei Oxford University Press erschienen. Zudem hat er drei Romane Adlers übersetzt – und darüber hinaus die gesammelten Gedichte Ingeborg Bachmanns (unter dem Titel Darkness Spoken). Am 8. Mai, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa, stellt Filkins im Gespräch mir Prof. Dr. Axel Dunker (Universität Bremen) seine Biografie über H.G. Adler vor.

Der Schriftsteller und Zeitzeuge der Shoah lebte (von 1910 – 1988) im Zentrum seiner Zeit und an ihrem Rande. Als Überlebender von Theresienstadt, Auschwitz und zwei weiteren Konzentrationslagern dokumentierte er seine Erfahrungen und den Verlust anderer in zwei Dutzend Büchern mit wegweisender Geschichtsschreibung, modernistischer Fiktion, formal anspruchsvollen Gedichten und aufschlussreichen Essays. Doch trotz der engen Freundschaft mit Leo Baeck, Elias Canetti und Heinrich Böll blieb er ein Schriftsteller für Schriftsteller, weitgehend unbekannt und vernachlässigt. So muss anders als bei den bekannteren Akteuren die Geschichte seines Lebens durch die Zeit, in der er lebte, sowie durch die Art und Weise, wie sie durch ihn gelebt wurde, erzählt werden.

Aus Anlass der Veröffentlichung von „H.G. Adler: A Life in Many Worlds“ diskutiert der Biograph und Übersetzer Peter Filkins die Schnittstelle von Biographie und Geschichte, indem er die Geschichte von Adlers Leben und Werk entwirft. Die Auszüge aus der (noch nicht ins Deutsche übersetzten) Biografie liest Filkins in englischer Sprache. Da Peter Filkins aber Deutsch spricht, fasst er gemeinsam mit Axel Dunker die gelesenen Abschnitte noch einmal kurz auf Deutsch zusammen. Auch das Gespräch zwischen den beiden wird in erster Linie in deutscher Sprache geführt.

Eine Veranstaltung des Bremer Literaturkontors in Kooperation mit dem Institut für kulturwissenschaftliche Deutschlandstudien an der Universität Bremen
(der Eintritt ist frei)