Filmvorführung „Andartis – Monument für den Frieden“

11.02.2020 um 19:30 Uhr | Raum 5

Nidda Andartis 3

Zwei Veranstaltungen im Rahmenprogramm der Ausstellung „Zeit des Schreckens. Die deutsche Besatzung auf Kreta 1941 – 1945“

Die deutsche Wehrmacht hat im April 1941 Griechenland erobert. Ausschlaggebend für diesen Überfall waren strategische Interessen in Bezug auf das östliche Mittelmeer. Denn die Briten hatten Rhodos und Zypern unter ihrer Kontrolle und besetzten im November 1940 auch Kreta. Hitler und der militärischen Führung, die die Invasion der Sowjetunion vorbereiteten, lag daran, die europäische Südostflanke zu beherrschen, nicht zuletzt auch mit Blick auf die rumänischen Öl-Ressourcen, die Hitler für seine weiteren militärischen Pläne brauchte. Die Wehrmacht hatte Griechenland in wenigen Tagen besetzt, Kreta griffen die deutschen Fallschirmjäger im Mai 1941 an.

Sie stießen aber auf den heftigen Widerstand der Briten, die von australischen und neuseeländischen Truppen unterstützt wurden. Dennoch gelang die Eroberung der Insel. Vier Jahre lang hielten die Wehrmacht Griechenland und die Inseln besetzt. Sehr bald leisteten auf dem Festland und auf Kreta einheimische Partisanen erbitterten Widerstand, was die Wehrmacht zu immer härteren und grausamen Mitteln der Unterdrückung der einheimischen Bevölkerung greifen ließ. Die Bilanz der deutschen Besatzung auf der Insel war furchtbar. Der kretische Schriftsteller Nikos Kazantzakis schrieb: Er könne nicht verstehen, wie ein Kulturvolk wie die Deutschen ich so barbarisch hätte aufführen können.

Zum Thema „Die deutsche Besatzung auf Kreta 1941 – 1945“ spricht am 23. Januar die Historikerin Marlen von Xylander um 19,30 Uhr in der Villa Ichon.

Die grausame deutsche Besatzung in Griechenland und auf Kreta hat dort bei der Bevölkerung tiefe traumatische Spuren hinterlassen. Die Berliner Landschaftskünstlerin Karina Raeck (Jg. 1938) ging Ende der 80er Jahre mit dem tief empfundenen Anliegen nach Kreta, Abbitte und ein wenig Wiedergutmachung für die deutschen Kriegsverbrechen dort zu leisten. Sie ließ sich in der kleinen Stadt Anogia im Ida-Gebirge nieder – einer Stadt die 1944 von der Wehrmacht völlig zerstört worden war und deren Einwohner zum größten Teil umgebracht worden waren. Sie setzte sich bei den Verantwortlichen des Ortes dafür ein, im Ida-Gebirge ein Monument für den Frieden errichten zu können. Sie erhielt die Einwilligung.

Auf der Nida-Hochebene in diesem Gebirge unweit von Anogia schuf sie mit Unterstützung einheimischer Helfer eine liegende Steinfigur aus riesigen Felsblöcken, die sie „Andartis – Partisan für den Frieden“ nannte. Denn auch hier oben in den Bergen und auf der Ebene hatten die deutschen Besatzer gegen die kretischen Partisanen gekämpft. Es hatte viele Opfer gegeben. Außerdem hat dieser Ort in der Mythologie der antiken Griechen eine bedeutende Rolle gespielt: Direkt dem steinernen Monument gegenüber liegt in einen Berg eingebettet die Höhle, in der der Herrscher der olympischen Götter, Zeus, als Kind aufgezogen wurde. Mythos, jüngste Geschichte und eine fantastische archaische Landschaft verbinden sich in einmaliger Weise in Karina Raecks Friedensmonument.

Am 11. Februar um 19,30 Uhr wird in der Villa Ichon der Dokumentarfilm „Andartis – Monument für den Frieden“ gezeigt.

INFOS ZUR AUSSTELLUNG:

https://www.villa-ichon.de/home/veranstaltungen/zeit-des-schreckens-die-deutsche-besatzung-auf-kreta-1941-1945/