Die Gelbwesten in Frankreich – Möglichkeiten und Grenzen einer neuen sozialen Bewegung

07.11.2019 um 19:30 Uhr | Raum 5

Prof. Dr. Lothar Peter, Bremen

Monatelang stand das politische Leben im Zeichen der Gelbwesten (Gilets jaunes). Ihre Bewegung entstand wie aus heiterem Himmel und entfaltete rasch eine enorme Dynamik. Schließlich wurde sie zu einer ernsten Herausforderung für die Eliten in Wirtschaft, Politik und Medien, namentlich für die Präsidentschaft von Emmanuel Macron.

Gegner werfen den Gelbwesten vor, eine rechte, populistische und gewalttätige Revolte entfesselt zu haben, die das demokratische System in Frage stellt. Aber auch von links werden die Gelbwesten – so zum Beispiel von dem bekannten Philosophen Alain Badiou – gelegentlich scharf kritisiert. Den Gewerkschaften und politischen Parteien gegenüber bestand die Bewegung von Beginn an auf strikter Unabhängigkeit. Das hat Probleme im Verhältnis zu den Kräften aufgeworfen, die sich ebenfalls gegen die Politik der Herrschenden wenden. Um was handelt es sich also bei der Bewegung der Gelbwesten wirklich? Worin sind ihre Ursachen zu suchen?

Sind die an sie gerichteten Vorwürfe berechtigt? Oder können die Gelbwesten als Modell zukünftiger antikapitalistischer Bewegungen nicht nur in Frankreich betrachtet werden?

Lothar Peter wird versuchen, auf diese und andere Fragen eine Antwort zu geben.

Lothar Peter war bis 2006 Professor für Soziologie an der Universität Bremen. Er veröffentlichte ein umfangreiches wissenschaftliches Werk, u.a. "Französische Soziologie der Gegenwart". 2014 erschien "Marx an die Uni. Die 'Marburger Schule'.“