Bremer Widerstand gegen die Nazi-Diktatur

21.02.2019 um 19:30 Uhr | Raum 5

Frieda Prueser20190129 195431

(Aus der Sicht der von ihm befragten Zeitzeugen)

Am Donnerstag, den 21. Februar um 19:30 gibt es im Rahmen der Ausstellung Janet Fruchtmann "Opfer und Widerstand" einen Vortrag mit Prof. Dr. Jörg Wollenberg. 

Bremer Widerstand gegen die Nazi-Diktatur

1305 Bremer befanden sich nach Angaben der Gestapo im ersten Jahr der Machtübertragung an Hitler in „Schutzhaft“ und wurden in der Regel ab März 1933 in das Bremer KZ Mißler eingeliefert. Diese „Leistungsbilanz“ der Bremer Polizeidirektion wurde am vom 6. März 1934 von der Bremer Gestapo verkündet. Unter den Verhafteten befanden sich Bremer Frauen und Männer, die die Tortur überlebten. Die Portraits von Janet Fruchtmann erinnern an diesen Widerstand.

Prof. Dr. Jörg Wollenberg hat mit seinem Forschungsteam in den 1980er Jahren ihre Lebensgeschichten festgehalten. Er wird darüber am Donnerstag, 21. Februar um 19.30 in der Villa Ichon berichten und einige von ihnen in Wort und Ton zu Wort kommen lassen. Erinnert wird auch an die rund 500 Bremer Vertreter der Arbeiterbewegung, die mit Maria Krüger und Käthe Popall als Kommunisten und Sozialisten in den Bremer Ermittlungsverfahren und Prozessen zwischen 1933 und 1945 zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt wurden - wegen „Verbreitung von Greuelmeldungen aus den Konzentrationslagern“, der „Verbreitung illegaler Zeitungen“, der „Errichtung einer Einheitsfront zwischen KPD und SPD“ oder wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“. Zu den Verurteilten gehörten prominente Bürger, die nach 1945 die Politik Bremens prägen sollten – wie Willy Dehnkamp, Senator und Bürgermeister ab 1951 oder die Maschinenschlosser der AG Weser, Gustav Böhrnsen und Hermann Prüser, nach 1945 Mitglieder der Bremer Bürgerschaft. Auch der Redakteur der „Arbeiter-Zeitung“ und Gewerkschaftssekretär des KPD-Bezirks Nordwest, Johann Koschnick, der nach seiner Haftentlassung 1944 in Finnland als Mitglied des Strafbataillons 999 starb. Noch 1944/45 wurden Bremer Kommunisten in öffentlichen Schauprozessen wegen der Verteilung illegaler Schriften und des Aufbaus verbotener Organisationen zu mehrjährigen Zuchthausstrafen oder zum Tode verurteilt.

Foto: © K.T.

Auf dem Porträt von Janet Fruchtmann ist Widerstandskämpferin Frieda Prüser zu sehen , die 1903 im Buntentor in Bremen geboren wurde.