„Zwielicht“ - Petra Seydel Alu –Art - Fotografie Larsen Seydel

18/04/2019 bis 01/06/2019

Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-13 Uhr & Mo-Fr 16-20 Uhr

18.04.2019 um 19:30 Uhr | alle Räume

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Begrüßung: Lothar Bührmann, künstlerischer Leiter der Villa Ichon

Einführung: Britta Petersen, Kunsthistorikern

Musik: Bernd Schlott, Saxofon

Statements zur von Petra Seydel und Larsen Seydel zu ihrer gemeinsamen Ausstellung.

"Bereits seit über 50 Jahre arbeite ich als Grafikerin, Malerin und Bildhauerin immer noch leidenschaftlich gern in meinem Atelier in Achim/Bremen, und ebenso  gern mit Gleichgesinnten als Dozentin der Kunstschule des Kunstvereins e.V. Achim. Mit meiner künstlerischen Arbeit sehe ich mich in keiner Tradition der bildenden Kunst. Neugierig gehe ich gern auf neuzeitliche Techniken zu, die andere Sichtweisen verlangen. Meine Experimentierfreudigkeit führte mich vor einiger Zeit im Bereich der Druck – und Fototechnik in die Welt des Alu Dibond.

Die Bildbearbeitung meiner eigenen großformatigen Acrylbilder zum Alu Dibond lassen mich sie in ihrer farbliche Schönheit, ihrer Ästhetik  neu entdecken und gestalten; auf diese Technik verzeichne ich ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Es macht Spaß, einen grauen Tag durch Farben zum Leben zu erwecken, wobei es mir um eine Erweiterung /Neugestaltung des bereits kreierten Bildes geht.

In meiner Malerei, als  auch in der technischen Umsetzung zum Alu Dibond  - wie im Medium der bildenden Kunst überhaupt - spielt die Reduktion eine wichtige Rolle. Die Möglichkeit der grafische PC Bearbeitung und Umsetzung meiner gemalten Bilder auf Alu Dibond sind ein Segment in der digital vernetzten Gegenwart, was mich immer wieder fasziniert und dabei auch rastlos werden lässt

Statement Larsen Seydel

"Seit meiner Kindheit war ich in den Bergen unterwegs. Am Mt.Blanc, nach wie vor meinem Traumberg, nahm ich dann – dem Vorbild Reinhard Karls, des deutschen Erstbesteigers des Mt.Everest und berühmten Bergfotografen folgend - zum ersten Mal bewusst meine Kamera mit auf eine Bergtour und es war eine Art Erleuchtung für mich. Hatte ich bisher immer nur mit dem Gedächtnis fotografiert, die Stimmungen, die Kälte, die Stille, das Gefühl der Freiheit, die Gipfel, die Steilheit, Einsamkeit in der Natur, Ausgesetztheit, wollte ich jetzt etwas mit nach Hause nehmen, das den Daheimgebliebenen erklären konnte, was mich dorthin zieht. Das Wesen der Berg-, Schnee- und Wüstenlandschaften an sich festhalten und vermitteln können. Und etwas Bleibendes schaffen. Festhalten kann man natürlich immer nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit, und damit erschafft man eine Lüge. Andererseits aber – wenn ein Foto gut gelingt – trifft man auch wiederum den Kern eines Moments, eines Daseins, und erschafft damit eine große Wahrheit. Mit der Kamera in der Hand fand ich zum primären Grund meiner Leidenschaft für die Natur und die Berge zurück, zur Ästhetik.

Ästhetik beinhaltet für mich heute den Blick für das graphische Element, für die Perspektive, die Linien. Ebenso wie die Reduktion (die optische Ruhe, wie die akustische Stille) auf das Elementare, das Wesentliche, das Charakteristische. Ich möchte das Wesen einer Landschaft darstellen, nicht ihre oberflächliche Vielfältigkeit.  Versuchte ich zunächst farblich reduzierte, monochrome, Fotos zu schaffen, war es bald nur noch ein kleiner Schritt von der Monochromie zur Schwarz-Weiß-Fotographie. Meine Fotos sind keine Kunst, sondern Fotographie mit einem künstlerischen, ästhetischen Blick. Das Hauptaugenmerk kann dabei nicht auf technischer Perfektion liegen, sondern auf dem Blick für die Ästhetik.  Denn ich verstehe mich immer noch zuerst als Bergsteiger und dann erst als Fotograf, was auf der einen Seite durch das Erreichen nicht alltäglicher Orte besondere Aufnahmen möglich werden lässt, andererseits situationsbedingt (sei es durch die Länge oder anspruchsvolle Steilheit des noch bevorstehenden Weges, durch das berechtigte Drängen der Seilkameraden oder sei es durch die momentan herrschenden Wetterumstände) viele Fotos, die bereits in meinem Kopf entstanden waren, wieder zunichte macht. "