Janet Fruchtmann - Widerstand und Opfer

10/01/2019 bis 23/02/2019

Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-13 Uhr & Mo-Fr 16-20 Uhr

10.01.2019 um 19:30 Uhr | alle Räume

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Seit den frühen 80er Jahren setzte sich die international bekannte Bremer Malerin und Villa-Ichon-Preisträgerin Janet Fruchtmann (1928-2012) intensiv künstlerisch mit Faschismus und Vernichtung auseinander. Die Ausstellung dokumentiert anlässlich des Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus diesen Prozess. Sie ist in drei Teile gegliedert:

1. Studien und Gemälde “Floß der Medusa” nach Géricault

2. Porträts von Bremer Widerstandskämpfern

3. Studien und Gemälde zu den Opfern der Vernichtung

Im Angesicht der Konfrontation mit dem Faschismus setzt sich die Künstlerin mit der Möglichkeit, Notwendigkeit und Aufgabe von Kunst auseinander. Sie studiert die “Ästhetik des Widerstands” von Peter Weiss und sucht nach einer modernen Übersetzung des im frühen 19. Jahrhundert politisch sehr wirksamen Gemäldes “Floß der Medusa” von Géricault, das zugleich Anklage, Hoffnung und Aufruf zu politischer Handlungen enthielt und nun Sinnbild von Kunst als Widerstand gegen den Faschismus wird. Der erste Teil der Ausstellung dokumentiert diesen Prozess der Suche. Der zweite Teil der Ausstellung zeigt Porträts von Bremer Persönlichkeiten, die im Widerstand gegen den Faschismus aktiv gewesen waren. Die Arbeit ist streng der Überlieferung verpflichtet, dabei aber offen und manchmal nicht ohne ironischen Humor. Die Künstlerin hört zu, dokumentiert für die Nachgeborenen und gibt den Überlebenden des Kampfes ein Gesicht. Sie versucht auch den Vernichteten ein Gesicht zu geben, ein Portrait für die Nachgeborenen. Aber deren Vernichtung ist total, restlos - die Vernichteten haben kein Gesicht mehr. Was also ist ihr Portrait? Und wie kann dabei Perspektive und Schwerkraft, das optische Streben, noch sinnvoll Teil der künstlerischen Arbeit sein?

Der dritte Teil der Ausstellung dokumentiert diese Suche.