Jörg-Peter Splettstößer - An eine ferne Geliebte

09/08/2018 bis 15/09/2018

Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-13 Uhr & Mo-Fr 16-20 Uhr

09.08.2018 um 19:30 Uhr | alle Räume

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Paris Berlin Wangerooge

Zeichnungen

Begrüßung: Reiner Schümer, Vorstand Freunde und Förderer der Villa Ichon

Einführung: Dr. Rainer Beßling, Kunstkritiker

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Diese Ausstellung „An eine ferne Geliebte“ in der Villa Ichon zeigt Zeichnungen von 2014 bis 2018, die in Paris, Berlin und auf Wangerooge entstanden und noch nicht ausgestellt worden sind.

Aus dem Katalogtext von Dr. Rainer Beßling: „Die Bilder sind entstanden aus der genauen Erfassung des visuellen Geschehens, so wie es sich dem Auge des Künstlers dargeboten hat. Auf die Form geschaut, die Farbe gesucht, und das immer wieder, immer wieder neu, mit einem Blick, der gereinigt ist von Erfahrung und Erinnerung. Nicht wiedererkennen, sondern erkennen. Das ist nicht leicht. Der Künstler muss zu einer inneren Leere kommen, um der Fülle der Eindrücke standhalten zu können. Intensität und Intuition lenken das Tun, nicht Imagination. Komposition wird ausgeblendet, es geht um Kontemplation und Konzentration als buchstäblichem Finden der Mitte, ein Sich-Versenken in die Dinge, wie sie sich zeigen und damit auch offenbaren. Aus dem scheinbar Monotonen lässt sich Magie entbinden.

Nicht Anlagerung findet hier statt, sondern Bergung, es geht nicht darum, zu erfinden, sondern darum zu finden, den Fund festzuhalten, das dann rasch. Reflexion findet hinterher statt und fließt auf Umwegen wieder in das künstlerische Tun ein. Nicht um Automatismus, um Un- oder Unterbewusstes geht es, sondern um eine Wahrnehmung ohne Bremse und Ballast des Wissens. Alles ist vorhanden und zuhanden, das Auge und die Hand müssen nur bereit werden. Das Kategorienschema der vermeintlichen Vernunft muss einem Bewusstsein der Wahrnehmung weichen, einem voraussetzungslosen Sehen, das noch das Staunen über die Welt mit sich trägt, über die Vielfalt der Erscheinungen, darüber, dass es die Dinge gibt wie es sie gibt, dass sie auftreten und verschwinden, dass sie mit sich identisch sind und sich doch verwandeln. Hirn und Hand folgen mit Eigensinn und der formt das Bild, das schon da war und zugleich ganz neu in die Welt kommt.

Was hat sich dem Blick gezeigt? Können wir dies noch identifizieren? Geht es um Identifikation im Sinne eines Abgleichs des äußeren Erscheinungsbildes? Aber ist das Erscheinungsbild nicht so vielfältig, dass es eine einzelne Abbildung gar nicht geben kann? Dass wir Wirklichkeit nur erfassen können, wenn wir sie reduzieren? Diese Reduktion findet ohnehin statt, wir sehen selektiv. Aber wir sollten uns dieser auswählenden Sichtweise bewusst sein. Und wir können eine neue Auswahl treffen, wenn wir uns auf einen ästhetischen Blick einlassen, der an die Formen und Farben anschließt. Dazu bedarf es neben einem ausgebildeten Blick spezifischer Übersetzungsmittel, die in eigener Gestalt eine Parallelwelt zu der gesehenen Wirklichkeit ausbilden.“