In dieser Villa soll friedliche Kulturarbeit geleistet werden, oder, umgekehrt ausgedrückt, eine kulturelle Friedensarbeit.
Dr. Klaus Hübotter, 24. September 1982
09.03.2010 um 20:00 Uhr | Raum 2
Feministische Kritik religiöser Texte im Judentum, Christentum und Islam
Ausgehend von der Prämisse, dass Gott keine unterschiedlichen Rechte und Pflichten für Männer und Frauen festgelegt hat, existiert in allen drei mosaischen Religionen eine feministische Kritik an religiösen Texten, beziehungsweise an aus ihrer Sicht fehlerhaften Überlieferungen, Übersetzungen und Interpretationen. Selbst im Islam, in dem der Koran als unmittelbares Wort Gottes gilt, gibt es Frauen wie Fatema Mernissi und Nahed Selim, die die Textgestalt selbst als historisch, von patriarchaler Interpretation geprägt erkennen und kritisieren. Es ist interessant diese philologischen Bemühungen mit denen der ersten Rabbinerin Regina Jonas, neueren jüdischen Feministinnen und christlichen Autorinnen wie Dorothee Sölle, Luise Schottroff und vielen anderen zu vergleichen. Auch geht es in den drei Religionen gleichermaßen um die schwierige Frage der Ordination von Frauen. Immerhin gibt es mittlerweile auch im Islam bereits einen weiblichen Mufti, die Ägypterin Souad Saleh.
Sabine Kebir ist Publizistin, die sich u. a. mit dem Islam und dem Islamismus auseinandersetzt. Sie studierte Sprachen an der Humboldt-Universität Berlin und promovierte 1976 über die Kulturkonzeption Antonio Gramscis. 1977 bis 1988 lebte und lehrte sie in Algerien. 1989 Habilitation über Antonio Gramscis Zivilgesellschaft.
Sie hat u. a. zu Brecht und feministischen Themen viel beachtete Bücher publiziert.
Eine Veranstaltung der masch-Bremen.