LUTZ KLEVEMAN – LEMBERG. DIE VERGESSENE MITTE EUROPAS

21.03.0017 um 20:00 Uhr | Raum 5

Buchvorstellung

Lemberg galt lange als „Jerusalem Europas“, wo Polen, Juden, Ukrainer und Deutsche eng zusammenlebten. Lutz Kleveman erzählt fundiert und anschaulich die Biographie einer Stadt, die exemplarisch ist für die historischen Verwerfungen, die Europa zu dem machten, was es heute ist.

Einst Teil des Habsburger Reichs, prägten brillante Künstler und Wissenschaftler in Lemberg eine Moderne, die der in Berlin und Wien um nichts nachstand. Durch Krieg, Holocaust und Vertreibung verlor Lemberg fast alle Einwohner – und damit sein Gedächtnis. Bei Ausbruch der Ukraine-Krise 2014 reist Lutz Kleveman nach Lemberg, um die verschüttete Vergangenheit der Stadt freizulegen. Er stößt auf Berühmtheiten wie Joseph Roth und Paul Celan sowie Persönlichkeiten wie die jüdische Dichterin Debora Vogel und den Seuchenforscher Rudolf Weigl, der in seinem Labor hunderte Menschen vor dem mörderischen Terror der Sowjets und der Nazis rettete. In der Ukraine werden die Verbrechen jener Jahre bis heute totgeschwiegen oder umgedeutet. Wer aber den aktuellen Konflikt verstehen möchte, muss die wahre Geschichte Lembergs kennen.

Lutz Kleveman, geb. 1974, hat Geschichte an der London School of Economics (LSE) studiert und als Journalist u.a. für die ZEIT, Spiegel Online und den Daily Telegraph geschrieben. Publikationen: „Kriegsgefangen“ (2011) und „The New Great Game“ (2003).

Veranstalter: Heinrich-Böll Stiftung Bremen_