Tomasz Gudzowaty - Paper Dreams

11/05/2018 bis 23/06/2018

Öffnungszeiten: Mo-Sa 11-13 Uhr & Mo-Fr 16-20 Uhr

11.05.2018 um 19:30 Uhr | alle Räume

Foto Tomasz Gudzowaty2

Tomasz Gudzowaty - Paper Dreams

Kurator und Ausstellungsdesigner: Gerhard Steidl

Die Ausstellung „Paper Dreams“ feiert die Ästhetik des Zufalls. Im analogen Archiv des polnischen Fotografen Tomasz Gudzowaty fanden sich zahlreiche Sofortbilder, die mithilfe des berühmten Planfilms Polaroid Typ 55 entstanden. Gudzowaty, bekannt für seine technisch ausgefeilten Fotoarbeiten, hatte sie eigentlich als Nebenprodukte seines fotografischen Schaffens betrachtet. Der Polaroid Typ 55, ein Schwarzweiss-Sofortbildfilm, der seit langer Zeit nicht mehr produziert wird, und bei vielen Fotografen, die mit Großformatkameras arbeiten, Kultstatus erlangt hat, liefert direkt sowohl ein Positiv als auch ein Negativ. Nach der Belichtung werden Positiv und Negativ auseinandergezogen. Die Positive werden üblicherweise direkt entsorgt oder als „proof“ für die Auswahl der Bilder verwendet, die dann tatsächlich vom Negativ gedruckt werden sollen. In dieser Ausstellung werden die „proofs“ als eigenständige Kunstwerke gezeigt. Unperfekt, über- oder unterbelichtet, zerkratzt, manchmal kaum noch erkennbar, dokumentieren Gudzowatys Polaroids den Prozess des zufälligen Alterns und offenbaren eine ungesehene Schönheit.

„Das Mangelhafte oder Unperfekte gehört zum Wesen der Fotografie, es ist der Preis für die Treue zu diesem Medium, das gewissermaßen die zufällige Interpretation eines Augenblicks ist. Das bilden diese Bilder ab.“
(Tomasz Gudzowaty)

 „Dieses Projekt von Tomasz Gudzowaty ist eine Hommage an die Schönheit analoger Fotografie – und an den berühmten Planfilm Polaroid Typ 55. Es führt uns den fotografischen Druckvorgang vor Augen, den physikalischen Prozess, den man nur im Analogen sehen kann. Die Ausstellung zeigt den Wert und die Bedeutung eines analogen Archivs. Nur hier erhalten sich Irrtümer und Fehler, nur hier sind die unvorhergesehenen Prozesse zufälligen Alterns zu sehen.“
(Gerhard Steidl, Kurator und Ausstellungsdesigner)

Tomasz Gudzowaty, 1971 in Warschau geboren, zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Fotografen in Polen. Er hat sich vor allem mit Porträts, Reportagen und Fotoessays einen Namen gemacht. Seine Bildsprache ist kraftvoll und dennoch feinsinnig, seine Sujets sind Wildlife, Sport, soziale Themen. Seine Arbeiten wurden in Zeitungen und Magazinen veröffentlicht wie The Guardian, National Geographic, The British Journal of Photography, L’Equipe und Vogue Italia. Seine Bücher Beyond the Body, Closer, Photography as a New Kind of Love Poem und PROOF sind im Steidl Verlag erschienen.

Einzel- und Gruppenausstellungen u.a. im Museum of Photography, Bydgoszcz (2014); dem Olympic Museum, Lausanne (2014); Galleri Kontrast, Stockholm (2011); Les Rencontres d’Arles, Arles (2009); the Calouste Gulbenkian Foundation, Lisbon (2007); La Maison de la Photographie, Lille (2006); und im United Nations Headquarter, New York (2005). Gudzowaty wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem World Press Photo Award, Pictures of the Year International Award, the Taylor Wessing Photographic Portrait Prize, the International Photography Awards, und dem Best of Photojournalism from the National Press Photographers’ Association Award. Gudzowaty lebt und arbeitet in Warschau.